Wann es erforderlich ist und wie es normgerecht erstellt wird
Ein Lüftungskonzept für Neubau oder Bestand mit lüftungstechnisch relevanten Veränderungen ist erforderlich, um zu prüfen, ob der notwendige Luftaustausch zum Feuchteschutz sichergestellt werden kann und zusätzliche Anforderungen z. B. Schallschutz, Hygiene, Luftqualität usw. zu berücksichtigen sind. Insbesondere bei Neubauten sowie bei modernisierten Gebäuden mit erhöhter Luftdichtheit sind meist geeignete lüftungstechnische Maßnahmen zu untersuchen.
Nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist die Sicherstellung der Lüftung zum Feuchteschutz über manuelles Fensteröffnen. Manuelles Fensteröffnen wird nur berücksichtigt, um nicht geplante Lüftungsstufen zu ermöglichen.
In der Praxis stellt sich häufig die Frage, ob ein Lüftungskonzept überhaupt notwendig ist und welche Anforderungen dabei einzuhalten sind. Die Beurteilung erfolgt auf Grundlage der DIN 1946-6:2019-12, die ein standardisiertes Verfahren zur Bewertung der Lüftungssituation vorgibt.
Mit ZUB Helena Lüftungskonzept kann diese Bewertung strukturiert durchgeführt und normgerecht dokumentiert werden.
WANN IST EIN LÜFTUNGSKONZEPT ERFORDERLICH?
Die Notwendigkeit eines Lüftungskonzepts ergibt sich aus der Gegenüberstellung des erforderlichen Luftvolumenstroms zum Feuchteschutz und des tatsächlich wirksamen Luftwechsels durch Infiltration.
Ein Lüftungskonzept ist insbesondere erforderlich bei:
- Neubauten mit luftdichter Gebäudehülle
- Austausch von Fenstern in größerem Umfang (in der Regel mehr als ein Drittel der Fensterfläche)
- Dachsanierungen mit Veränderung der Luftdichtheit
- umfassenden energetischen Modernisierungen
NORMATIVE UND GESETZLICHE GRUNDLAGEN
Die Erstellung eines Lüftungskonzepts basiert auf klar definierten normativen Anforderungen.
Zentrale Grundlage ist die DIN 1946-6:2019-12, die:
- die Notwendigkeit eines Lüftungskonzepts definiert
- die Vorgehensweise zur Bewertung vorgibt
- Anforderungen an die Auslegung von Lüftungssystemen beschreibt
Das Lüftungskonzept ist dabei Bestandteil einer fachgerechten Planung und dient sowohl dem Feuchteschutz als auch der Sicherstellung der Nutzungsqualität von Gebäuden.
WELCHE FOLGEN EIN FEHLENDES LÜFTUNGSKONZEPT HABEN KANN
Ein fehlendes oder fehlerhaft erstelltes Lüftungskonzept kann erhebliche Auswirkungen auf Gebäude und Nutzung haben.
Typische Probleme sind:
- Feuchteschäden an Bauteilen
- Schimmelbildung
- Beeinträchtigung der Raumluftqualität
- erhöhter Energieverbrauch durch unkontrollierte Lüftung
Eine strukturierte Bewertung, beispielsweise mit ZUB Helena Lüftungskonzept, schafft hier eine belastbare Grundlage.
WIE WIRD EIN LÜFTUNGSKONZEPT ERSTELLT?
Die Erstellung eines Lüftungskonzepts erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten.
Zunächst werden die relevanten Gebäudedaten erfasst, darunter Geometrie, Nutzungseinheiten, Luftdichtheit und energetisches Niveau. Anschließend wird der notwendige Luftvolumenstrom zum Feuchteschutz ermittelt und dem möglichen Luftvolumenstrom durch Infiltration gegenübergestellt.
Ergibt sich daraus die Notwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen, erfolgt die Auswahl eines geeigneten Lüftungssystems sowie damit dann die Berechnung der erforderlichen Luftvolumenströme.
Die Berechnung umfasst dabei alle Lüftungsstufen gemäß DIN 1946-6:
- Lüftung zum Feuchteschutz
- reduzierte Lüftung
- Nennlüftung
- Intensivlüftung
WELCHE LÜFTUNGSSYSTEME KOMMEN IN FRAGE?
Je nach Gebäude und Nutzung stehen unterschiedliche Lüftungssysteme zur Verfügung.
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:
- freie Lüftung über Quer- oder Schachtlüftung
- ventilatorgestützte dezentrale oder zentrale Zu- und Abluftsysteme
- Zu- und Abluftsysteme mit oder ohne Wärmerückgewinnung, Raumgeräte
- Gebäudedichtheit
- Nutzung
- Komfortanforderungen
- energetische Zielsetzung
LÜFTUNGSKONZEPT IM BESTAND
Im Gebäudebestand gewinnt das Lüftungskonzept zunehmend an Bedeutung. Insbesondere durch den Austausch von Fenstern oder die Verbesserung der Gebäudehülle verändert sich die Luftdichtheit des gesamten Gebäudes deutlich.
Wird dieser Effekt nicht berücksichtigt, kann es dann durch den reduzierten Luftwechsel durch Infiltration zu Feuchteproblemen und Schimmelbildung führen.
Ein Lüftungskonzept stellt sicher, dass auch nach der Modernisierung mit geeigneten Maßnahmen ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt ist.
Mit dem Modul Lüftungskonzept lässt sich dieser Prozess gezielt und normgerecht durchführen.
ZUSAMMENHANG MIT ENERGIEEFFIZIENZ UND HEIZSYSTEM
Das Lüftungskonzept steht in engem Zusammenhang mit der energetischen Bewertung eines Gebäudes sowie der Auslegung der Anlagentechnik.
Ein erhöhter Luftwechsel führt zu höheren Wärmeverlusten, während ein zu geringer Luftwechsel Feuchteschäden verursachen kann.
Die abgestimmte Planung von Lüftung, Gebäudehülle und Heizsystem ist daher entscheidend für:
- Energieeffizienz
- Komfort
- Dauerhaftigkeit der Konstruktion
TYPISCHE FEHLER BEI LÜFTUNGSKONZEPTEN
In der Praxis treten immer wieder ähnliche Fehler auf, die zu falschen Bewertungen oder unzureichenden Lösungen führen.
Dazu gehören insbesondere:
- Überschätzung der Infiltration
- Annahme, dass Fensterlüftung (auch bei längerer Abwesenheit) ausreichend ist
- fehlende Berücksichtigung der Nutzung
- unzureichende Abstimmung mit energetischen Maßnahmen
LÜFTUNGSKONZEPTE EFFIZIENT ERSTELLEN
Die Erstellung eines Lüftungskonzepts erfordert die strukturierte Erfassung und Bewertung zahlreicher Einflussgrößen. Ohne geeignete Werkzeuge ist dies mit erheblichem Aufwand verbunden.
Mit ZUB Helena Lüftungskonzept kann der gesamte Prozess effizient abgebildet werden – von der Bewertung der Notwendigkeit bis zur Auswahl und Dokumentation der Lüftungslösung.
Die Integration in die bestehende Datenbasis von ZUB Helena sorgt dabei für konsistente Ergebnisse und reduziert den Aufwand erheblich.
LÜFTUNGSKONZEPT RICHTIG ERSTELLEN – MIT SYSTEM
Ein Lüftungskonzept ist ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudeplanung und gewinnt durch steigende Anforderungen an Energieeffizienz und Luftdichtheit weiter an Bedeutung. Mit ZUB Helena Lüftungskonzept steht ein Werkzeug zur Verfügung, das die normgerechte Erstellung mit einem strukturierten und nachvollziehbaren Planungsprozess verbindet.