ANFORDERUNGEN, VORGEHENSWEISE UND TYPISCHE HERAUSFORDERUNGEN IN DER PRAXIS
Die energetische Bewertung von Nichtwohngebäuden nach dem Gebäudemodernisierungs-Gesetz (GModG) erfolgt auf Grundlage der DIN V 18599:2018-09.
Ein zentraler Bestandteil der Berechnung ist die Zonierung des Gebäudes, bei der das Gebäude in unterschiedliche Bereiche mit jeweils spezifischen Nutzungsbedingungen unterteilt wird.
Die korrekte Zonierung ist entscheidend für:
- die Genauigkeit der Berechnung
- die Einhaltung normativer Anforderungen
- die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse.
Hinweis zum Normenstand:
Seit Oktober 2025 liegt die aktuelle technische Regelreihe als DIN/TS 18599:2025-10 vor. Für die Berechnungen und die Zonierung nach dem derzeit geltenden GModG wird jedoch weiterhin die DIN V 18599:2018-09 in Bezug genommen.
WAS BEDEUTET ZONIERUNG NACH DIN V 18599:2018-09?
Bei der Zonierung wird ein Gebäude in sogenannte thermische Zonen unterteilt.
Eine Zone umfasst dabei Bereiche eines Gebäudes, die hinsichtlich folgender Kriterien vergleichbar sind:
- Nutzung (z. B. Büro, Besprechung, Lager)
- Betriebszeiten
- interne Lasten (Personen, Geräte, Beleuchtung)
- Raumtemperaturanforderungen
- Lüftungsanforderungen.
ANFORDERUNGEN DER DIN V 18599:2018-09
Die DIN V 18599 stellt klare Anforderungen an die Zonierung von Gebäuden.
Wesentliche Punkte sind:
- Aufteilung nach Nutzungseinheiten
- Verwendung von Nutzungsprofilen gemäß Norm
- getrennte Betrachtung von Bereichen mit unterschiedlicher Konditionierung, z.B. abweichende Innentemperaturen oder unterschiedliche RLT-Ausstattung)
- Berücksichtigung von Beleuchtungszonen
- korrekte Zuordnung von Flächen und Volumen zu den jeweiligen Zonen.
Die Betriebszeiten sind in den Nutzungsprofilen enthalten. Unterschiedliche Konditionierung ist möglich, z.B. niedrige Innentemperatur RLT-Anlage etc
TYPISCHE BEISPIELE FÜR ZONEN
In einem Nichtwohngebäude können beispielsweise folgende Zonen entstehen:
- Büroräume
- Besprechungsräume
- Flure
- Sanitärbereiche
- Lagerflächen
- Technikräume.
HERAUSFORDERUNGEN IN DER PRAXIS
Die Zonierung stellt einen wichtigen Schritt in der energetischen Bilanzierung dar.
Komplexe Gebäudestrukturen
Größere Gebäude bestehen häufig aus vielen unterschiedlichen Nutzungsbereichen.
UNTERSCHIEDLICHE NUTZUNGSPROFILE
Räume mit scheinbar gleicher Nutzung unterscheiden sich in der Praxis häufig hinsichtlich ihrer energetisch relevanten Randbedingungen.
Beispielsweise können Büroräume unterschiedliche:
- Belegungsdichten
- Betriebszeiten
- interne Lasten durch Geräte
- Lüftungsanforderungen
Auch Besprechungsräume oder Schulungsräume werden oft nur zeitweise genutzt, während andere Bereiche dauerhaft belegt sind. Diese Unterschiede müssen bei der Zonierung berücksichtigt werden, da sie direkten Einfluss auf die energetische Bewertung haben.
Eine differenzierte Zonierung unterschiedlicher Nutzungen unterstützt eine sachgerechte und nachvollziehbare energetische Bewertung.
ABGRENZUNG VON ZONEN
Die räumliche Abgrenzung von Zonen ist in der Praxis nicht immer eindeutig.
Insbesondere bei offenen Grundrissen, gemischt genutzten Bereichen oder komplexen Gebäudestrukturen stellt sich die Frage, wie einzelne Bereiche sinnvoll voneinander getrennt werden.
Dabei müssen unter anderem berücksichtigt werden:
- Nutzung und Funktion der Räume
- unterschiedliche Betriebszeiten
- bauliche Abtrennungen oder offene Übergänge
- unterschiedliche technische Ausstattungen
Dies wirkt sich unmittelbar auf die Ergebnisse der energetischen Berechnung aus.
HOHER MANUELLER AUFWAND
Ohne geeignete CAD-Software erfolgt die Eingabe manuell auf Basis von Planungsunterlagen.
Dabei müssen:
- Flächen manuell ermittelt
- Räume einzelnen Zonen zugeordnet
- Volumen berechnet
- Daten in das Berechnungsprogramm übertragen
VORGEHENSWEISE BEI DER ZONIERUNG
Eine strukturierte Vorgehensweise erleichtert die Zonierung erheblich.
1. Analyse der Gebäudenutzung
Zunächst wird das Gebäude hinsichtlich seiner Nutzung strukturiert erfasst.
2. Zuordnung von Nutzungsprofilen
Für jede Zone wird ein passendes Profil gemäß DIN V 18599:2018-09 gewählt.
3. Abgrenzung der Zonen
Die einzelnen Bereiche werden räumlich voneinander abgegrenzt.
4. Ermittlung von Flächen und Volumen
Alle relevanten Kenngrößen werden je Zone ermittelt.
BEDEUTUNG EINES STRUKTURIERTEN GEBÄUDEMODELLS
Die Zonierung lässt sich deutlich effizienter durchführen, wenn ein 3D-Gebäudemodell als Grundlage verwendet wird.
Ein Modell ermöglicht:
- klare visuelle Abgrenzung von Zonen
- einfache Zuordnung von Räumen
- automatische Ermittlung von Flächen
- bessere Kontrolle der Gebäudestruktur.
UNTERSTÜTZUNG DURCH SOFTWARE
Zur Vereinfachung der Zonierung werden spezialisierte Softwarelösungen eingesetzt.
Mit der Software ZUB E-CAD können Gebäude grafisch modelliert und direkt in thermische Zonen unterteilt werden.
Dabei unterstützt das Programm unter anderem:
- grafische Zonierung im 3D-Modell
- Zuordnung von Nutzungsprofilen
- Zuordnung von Beleuchtungsbereichen
- automatische Flächen- und Volumenermittlung
- direkte Übergabe an die energetische Berechnung.
TYPISCHE ANWENDUNGSFÄLLE
Eine strukturierte Zonierung ist besonders wichtig bei:
- Bürogebäuden
- Schulen und Bildungseinrichtungen
- Verwaltungsgebäuden
- Gewerbeimmobilien
FAZIT
Die Zonierung von Nichtwohngebäuden nach DIN V 18599:2018-09 ist ein zentraler Bestandteil der energetischen Bewertung.
Eine saubere und nachvollziehbare Strukturierung des Gebäudes:
- verbessert die Qualität der Berechnung
- reduziert Fehler
- erleichtert die Dokumentation.
Weitere Informationen:
ZUB E-CAD
Gebäude für GEG modellieren
IFC / BIM in der Energieberatung